Johannes 20, 19-23 Erstaunlich nüchtern

Beim Lesen habe ich mich darüber gewundert, wie nüchtern und distanziert Johannes von diesen Ereignissen berichtet. Da ist das größte Wunder geschehen: Jesus ist von den Toten auferstanden und begegnet seinen Jüngern. Die einzige Reaktion, die beschrieben wird: „Da wurden seine Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.“ (V.20) Was muss da nicht alles in den Köpfen und Herzen der Jünger vorgegangen sein? Das ist doch ein Ereignis, das einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlässt! Was könnte man da nicht alles schreiben über die Gefühle und Gedanken der Jünger! Stattdessen nur diese kurze und nüchterne Darstellung, die nur eine Andeutung von der Freude wiedergibt, welche die Jünger gefühlt haben müssen.

Andererseits finde ich diese Nüchternheit auch wohltuend. In unserer heutigen religiösen Welt wird viel mit Gefühl, Stimmung und Begeisterung gearbeitet. Das Spektakuläre und Außergewöhnliche wird gepuscht. Je mehr Emotionen geweckt werden, desto besser. Die Bibel ist da viel zurückhaltender. Es geht nicht in erster Linie um unsere menschlichen Gefühle, sondern um Jesus Christus, das Wunder seiner Auferstehung und die Gabe des Heiligen Geistes. Das müssen wir nicht künstlich hochpuschen, sondern das hat in aller Nüchternheit eine tiefe innere Kraft, die mehr Veränderung schafft, als eine kurzfristige Begeisterung.

| Bibeltext |

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