Johannes 2, 1-12 Ein Hochzeitsfest am dritten Tag

Es ist kein Zufall, dass die erste öffentliche Handlung Jesu nach Johannes (er nennt es das „erste Zeichen“ Jesu; V.11) gerade die Weinvermehrung bei einer Hochzeit ist. Es ist sicherlich auch kein Zufall, dass Johannes am Anfang so betont, dass dies „am dritten Tag“ geschah (V.1). Das Johannesevangelium steckt voller tiefsinnigen Andeutungen hinter der Erzählebene.

In der alttestamentlichen Zukunftshoffnung wird die endzeitliche Erfüllung von Gottes Verheißungen oft mit einer Hochzeit verglichen. Wenn Gott kommt, dann wird ein Freudenfest gefeiert. Jetzt beginnt Jesu seine Wirksamkeit mit einem Freudenfest. Er sorgt sogar dafür, dass das Fest nicht so schnell zu Ende geht. Er sorgt für genügend Wein. Der Wein wird im Alten Testament teilweise kritisch gesehen, aber er ist auch ein Zeichen der Freude und der Fülle. Zu einem gelungenen Fest gehört einfach Wein dazu. Die Zeitangabe „am dritten Tag“ erinnert den Leser natürlich an Jesu Tod und Auferstehung. Jeder der die Geschichte Jesu auch nur ein wenig kennt, weiß dass er am dritten Tag nach seiner Kreuzigung auferstanden ist. In Jesu Wirksamkeit und erst recht durch seine Auferstehung am dritten Tag beginnt das endzeitliche Hochzeitsfest. Am Anfang des Markusevangeliums sagt Jesus: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen (Mk.1,15). Hier im Johannesevangelium macht er dasselbe durch seine Zeichenhandlung deutlich. In Jesus baut Gott sein Reich.

| Bibeltext |

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