Johannes 19, 16-30 Es ist vollbracht

Auch bei der Darstellung von Jesu Kreuzigung und Tod hebt Johannes ganz die hoheitliche Seite Jesu heraus. Er berichtet nur davon, dass Jesus selbst sein Kreuz getragen hat, vom Dienst des Simon von Kyrene, der nach den anderen Evangelien das Kreuz zumindest ein Stück des Weges getragen hat, schweigt Johannes. Beim Tod selbst ist nichts von einem Schrei oder einem Bittgebet zu lesen, sondern ganz ruhig beendet Jesus sein Leben mit den Worten: „Es ist vollbracht!“ (V.30) Im griechischen Original ist dann nicht davon die Rede, dass er verschied, sondern wörtlich: „übergab er seinen Geist“. Bis zuletzt bleibt Jesus der Handelnde, der selbst bestimmt was geschieht!

Johannes will Jesus hier nicht besser darstellen, als er war. Nein, er möchte die innere Bedeutung des Geschehens herausarbeiten. Es war ein erbärmlicher und grausamer Tod, das steht außer Frage. Das wusste damals jeder Leser. Aber das ist für Johannes nicht das entscheidende. Tausende von Menschen starben diesen erbärmlichen und grausamen Tod. Das besondere an diesem Tod war, wer hier starb: Der König von Israel, der von Gott gesandte Retter! Es war kein zufälliger, sinnloser oder tragischer Tod, sondern es war ein Weg, der so gewollt war. Jesus konnte am Ende sagen: Es ist vollbracht! Jesus hat die Aufgabe, die ihm von Gott gegeben war, zu Ende geführt. Es war kein sinnloser Tod, sondern ein Tod für uns. Der König starb für uns. Und gerade dadurch legt er den entscheidenden Grundstein für ein neues Königreich, ein Reich das nicht von dieser Welt ist.

| Bibeltext |

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