Johannes 16, 4-15 Der Heilige Geist

In den Abschiedsreden des Johannesevangeliums bezeichnet Jesus den Heiligen Geist zum einen als Parakleten und zum anderen als Geist der Wahrheit. Ein Paraklet ist ganz allgemein übersetzt ein „Helfer, Beistand oder Fürsprecher“. Als Fachausdruck kann er auch den „Anwalt“ vor Gericht meinen. Es geht also um jemand, der mir hilft und gegenüber anderen meine Interessen vertritt. Aber nicht weil ich so nett bin, oder weil meine persönliche Interessen und Vorlieben so schützenswert sind. Nein, der Paraklet hilft mir und vertritt mich, weil ich auf die Seite Jesu gehöre. Die Jünger und Jüngerinnen Jesu gehören sozusagen ins Team Gottes und wenn es mit irgendjemand von außerhalb Probleme gibt, dann ist der Paraklet an ihrer Seite.

Dabei geht es nicht darum, andere über den Tisch zu ziehen, sondern darum, die Wahrheit ans Licht zu bringen – darum wird er hier auch „Geist der Wahrheit“ genannt. Der Anwalt rettet uns nicht mit irgendwelchen juristischen Tricks, sondern damit, dass er die Wahrheit offenbart. Im Johannesevangelium ist der Begriff Wahrheit ganz eng mit Jesus selbst verbunden: er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (14,6). Der Geist der Wahrheit hat also keine andere Botschaft als die Botschaft Jesu selbst. Darum sagt Jesus auch: „Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen“ (V14). Es geht nicht um zusätzliche Offenbarungen oder über eine Wahrheit, die über Jesus Christus hinausgeht. Es geht um die Entfaltung der Wahrheit in der Person Jesu Christi.

| Bibeltext |

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