Johannes 13, 1-11 Dreckige Füße

Die Fußwaschung ist offensichtlich eine Zeichenhandlung. Jesus will seinen Jüngern damit etwas deutlich machen. Wie so vieles konnten sie auch dieses Zeichen erst nach Kreuz und Auferstehung richtig verstehen. Zu Beginn wird auf Jesu Tod hingewiesen („erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater“, V.1). Der Zusammenhang legt darum nahe, die Fußwaschung als ein deutendes Zeichen für Jesu Tod am Kreuz zu sehen. Durch das Kreuz reinigt Jesus seine Jünger.

Simon Petrus sieht zunächst nur die äußere Handlung: Das Waschen der Füße war damals ein Sklavendienst. Darum will er es nicht annehmen, dass Jesus ihm die Füße wäscht. Aber wer nicht auf Jesu Heilstat am Kreuz vertraut, der hat keinen Anteil daran. Darum ist es auch für Petrus wichtig, sich von Jesus die Füße waschen zu lassen.

Jesus wird zum Diener. Am Kreuz wäscht er uns die dreckigen Füße. Er reinigt uns von unserer Sünde. Er nimmt all unser Versagen, unsere Wut, unseren Hass, unsere Überheblichkeit, unseren Stolz, unsere Lieblosigkeit, unsere Unfähigkeit, unsere Müdigkeit, unsere Verzweiflung, … auf sich. Vielleicht verhalten auch wir uns manches mal wie Simon Petrus und wollen uns gar nicht eingestehen, dass wir das nötig haben. Wir sind doch Christen, wir verhalten uns im Vergleich zu anderen doch gar nicht schlecht, wir sind doch ganz okay, so wie wir sind. Ist es wirklich nötig, dass sich Jesus für uns die Hände dreckig macht? Ja! Jeder braucht das. Immer wieder neu.

| Bibeltext |

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