Johannes 1, 29-34 Lamm Gottes

Gleich zu Beginn des Evangeliums wird deutlich gemacht, wer dieser Jesus von Nazareth ist: er ist „Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt“ (V.29) und er ist „Gottes Sohn“. Im Lauf des ersten Kapitels folgen noch andere Hoheitstitel: „Messias“ (V.41), „König von Israel“ (V.49) und „Menschensohn“ (V.51). Gottes Lamm ist sicher eine Anspielung auf den Gottesknecht aus Jesaja, der „um unserer Sünde willen zerschlagen“ (Jes.53,5) wird und der ist „wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird“ (Jes.53,7). Zugleich ist es eine Anspielung auf das Passalamm, das jedes Jahr zur Erinnerung an die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten geschlachtet wird. Jesus wird später genau am Passafest als das Lamm Gottes sterben.

Nach dem fulminanten Auftakt des Evangeliums (V.1-14), in welchem Jesus als Schöpfungsmittler, als Licht der ganzen Welt und als Sohn Gottes vorgestellt wird, in dem die Herrlichkeit Gottes aufstrahlt, ist der Titel „Lamm Gottes“ doch eher bescheiden. Was kann ein Lamm schon ausrichten? Ein Lamm ist ein kleines schutzloses Wesen, das auf die Schlachtbank geführt wird. Was ändert sich, wenn ein undschuldiges Lamm den ganzen Dreck, den ganzen Hass, die ganze Bosheit dieser Welt trägt? Mir kommt Jesus auch heute noch oft so vor wie ein kleines Lamm, das nichts anderes tun kann, als an der Bosheit dieser Welt zu leiden. So manches mal wünsche ich mir, dass ich Jesus nicht nur als Lamm, sondern auch als Löwe erlebe.

| Bibeltext |

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