Johannes 1, 1-16 – Der zweite Sündenfall

Ein sehr bekannter und auch sehr abstrakter Text. Johannes steckt theologisch sehr viel rein in diese Eröffnung seines Evangeliums. Hab den Text natürlich schon oft gelesen und mir ging’s heute so, dass der Text für mich irgendwie kalt und steril blieb. Das klingt alles so abgehoben und theoretisch. Da fehlt mir die Wärme.

Trotzdem fand ich zwei Gedanken, die Klaus Douglass in seinen Bemerkungen herausarbeitet, sehr interessant. Zum einen spricht er von einem „zweiten Sündenfall“ (S.204) Damit meint er die Ablehnung der Menschen gegenüber Jesus. Das ist tatsächlich so etwas wie ein zweiter Sündenfall: Die meisten Menschen lehnen Jesus, das Wort durch das alles geschaffen wurde, ab. Unfassbar! Da kommt das Licht der Welt in unsere Finsternis und die Finsternis wehrt sich dagegen! „Die Finsternis kann sich tatsächlich dem Licht gegenüber verweigern. Die Menschen haben tatsächlich die Macht, die Liebe Gottes aufzuhalten.“ (S.204) Eigentlich geht das ja gar nicht: Denn wo das Licht aufleuchtet, da gibt es ganz zwangsläufig keine Finsternis mehr. Die Finsternis kann eigentlich gar nichts gegen das Licht tun! (Oder gibt es irgendwelche neuen physikalischen Erkenntnisse, dass schwarze Löcher oder so was ähnliches das Licht aufsaugen und vernichten können??? Keine Ahnung… 😉 ).

Das zweite ist ein richtig starker und treffender Satz von Douglass: „Der große Unterschied zwischen den Menschen ist nicht der zwischen Sündern und Nichtsündern, sondern der zwischen den Menschen, die ihre Sünde zugeben und Gott um Vergebung bitten und denen, die meinen, keine Vergebung zu brauchen.“ (S.204)

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