Jesaja 62 – Ein Knoten in Gottes Taschentuch

„O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden!“ (Jes. 62,6-7)

Selbst nach jahrelangem Bibellesen gibt es immer wieder Stellen, die mich überraschen. Obwohl ich diese Stelle ganz sicher schon mehrmals gelesen habe, bin ich heute ganz neu darüber erstaunt. Gott an das erinnern, was er verheißen hat. Ihm keine Ruhe gönnen bis er endlich erfüllt, was er versprochen hat. Warum sollte man Gott an etwas erinnern müssen, was er selbst doch ganz genau weiß, was er besser weiß als wir selbst? (Vgl. Artikel: Gott vergisst nicht) Keine Ahnung warum, aber anscheinend ist es wichtig, das zu tun. Und aus menschlicher Perspektive hat das ja auch etwas reinigendes und ehrliches: Ich muss meine Enttäuschung über ausbleibende Erfüllung von Verheißungen nicht einfach runterschlucken, sondern ich darf, ja ich soll sogar damit zu Gott kommen und ihn immer wieder daran erinnern. Ich muss mich nicht mit Weniger zufrieden geben, sondern darf Gott immer wieder seine tollen Verheißungen unter die Nase reiben. Ich darf ihm immer wieder neu einen Knoten ins Taschentuch knüpfen.

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