Jesaja 61 – Die Braut in spe

Zu Beginn des Kapitels redet der Prophet davon, dass Gott ihn gesalbt hat und dass Gott ihn beauftragt hat den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden und den Gefangenen die Freiheit zu verkündigen. Interessant ist diese Stelle vor allem weil Jesus sie im Neuen Testament auf sich selbst bezieht (Lukas 4,18-21). Er ist mit dem Geist Gottes gesalbt und bringt die Botschaft von Trost und Freiheit. Auch da wird wieder deutliche wie vielschichtig die Verheißungen der Bibel gelesen werden können. Der ursprüngliche Schreiber hat von sich selbst geredet. Jesus zeigt auf, dass es eine Prophezeiung auf ihn selbst war. Und ich denke die endgültige Vollendung dieser Freiheit steht noch aus. Gottes Gedanken und seine Zeitrechnung sind einfach ganz anders als unsere Gedanken und Erwartungen.

Beeindruckend ist für mich V.10: „Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.“ Da ist jetzt schon Freude da, obwohl sich an der äußeren Situation nichts geändert hat. Aber der Schreiber freut sich über Gottes Heil, das ihm jetzt schon gilt. Obwohl die Vollendung von Gottes Verheißungen noch lange auf sich warten lässt, fühlt er sich jetzt schon wie Braut bei der großen Hochzeit. Er sieht nicht mehr die armseligen Kleider der Trostlosigkeit an sich herab hängen, sondern er sieht sich prächtig geschmückt mit den Kleidern des Heils. Die Braut in spe freut sich jetzt schon über das was noch kommen wird. Ist das jetzt weltfremd oder ist das die einzige Möglichkeit in dieser Welt der Verlorenheit zu überleben?

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.