Jesaja 59 – Gottes verborgenes Angesicht

„Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, daß er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht hart geworden, so daß er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß ihr nicht gehört werdet.“ (Jes. 59,1-2)

Aus neutestamentlicher Sicht sind wir schnell dabei zu sagen, dass Jesus jede Trennung von Gott überwunden hat. Bei ihm finden wir Vergebung und es gibt keine Schuld mehr, die uns von Gott trennen kann. Das stimmt auch. Aber ich glaube das hat schon im Alten Testament gegolten. Auch da gab es Vergebung. Auch da hat sich Gott immer wieder gnädig seinem Volk zugewandt. Und trotzdem wird in Jesaja 59 von dem Zusammenhang gesprochen, dass uns unsere Verschuldungen von Gott trennen können.

Ich glaube, dass das auch heute noch so sein kann – trotz Jesus – dass uns unsere Schuld von Gott trennt. Und zwar nicht die Schuld an sich, denn da bin ich ganz sicher: Gott vergibt jede Schuld und sei sie noch so schwer. Was uns aber von Gott trennt ist, wenn wir unsere Sünde gar nicht einsehen oder wenn wir mit unserer Sünde gar nicht zu Gott kommen. Gott vergibt nicht einfach pauschal alles und im Vorhinhein. Er möchte dass wir die Schuld einsehen und damit zu ihm kommen, dann vergibt er uns gern. Aber wenn wir in der Sünde beharren und gar keine Vergebung wollen, dann trennt uns das von Gott. Dann verbergen unsere Sünden sein Angesicht, so dass wir nicht gehört werden.

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