Jesaja 58 – fromme Heuchler

Tja, heuchlerisch Gläubige gibt’s nicht nur heute (vgl. meinen zweiten Artikel zum Buch unChristian von Kinnaman und Lyons), die gab’s wohl schon immer… In Jesaja 58 knüpft sich der Prophet Menschen vor, die zwar äußerlich fasten, deren sonstige Handlungen und innere Einstellung aber ganz und gar nicht zur frommen Fassade passen: „Wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein.“ (Jes.58,4) Allerdings geht’s Jesaja nicht darum, wie das jetzt auf Außenstehende wirkt und ob das einen guten missionarischen Eindruck macht. Es geht ihm darum, dass diese Heuchelei Gott selbst ankotzt, dass ihm das ganz und gar nicht gefällt. Wer so seinen Glauben lebt, braucht sich nicht wundern, dass Gott nicht nahe ist!

…ups! Mit dem letzten Satz hab ich mir jetzt selbst einen Kinnhaken verpasst! Denn genau darüber jammer ich ja immer wieder: dass Gott so fern scheint, dass ich ihn so wenig erlebe. Und ich geb zu, dass ich selbst viel zu oft so ein Heuchler bin: Ich lebe in meinem frommen Elfenbeinturm, mache meine frommen Pflichtübungen, aber mein konkretes Handeln und Leben spiegelt oft so wenig von Gott wieder.

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