Jesaja 55, 6-11 – Gott suchen

Zwei Gedanken haben mich bei dem Text und der Auslegung von Klaus Douglass angesprochen. Das eine ist die Spannung von Suchen und Finden. Jesaja fordert seine Leser auf, Gott zu suchen, solange er zu finden ist. Douglass meint, dass für uns beides wichtig ist: das Suchen, aber auch das Finden. Wenn wir als Christen so tun, als ob wir schon alles gefunden haben, als ob wir auf alles schon eine Antwort haben, dann ist das einfach nur arrogant und es stimmt auch nicht. Auch als Christ sind noch nicht alle Fragen geklärt, auch als Christ bleiben wir immer auch Suchende.

Aber als Christ dürfen wir auch dankbar sagen, dass wir das Entscheidende gefunden haben. Auch wenn wir damit in unserer toleranten Welt anecken. Wer heute den Anspruch erhebt, etwas Allgemeingültiges gefunden zu haben, der wird gleich als Fundamentalist verschrieen.

Der andere Gedanke ist, dass Gott finden nicht nur etwas mit meinem Gefühl oder mit meinem Verstand zu tun hat. Es hat nach Jesaja v.a. etwas damit zu tun, ob ich bereit bin mein Leben zu ändern: „Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN.“ (V.7). Wer Gott finden möchte, der muss seinen Weg, also seine Art und Weise zu leben, ändern. Er muss eine neue Richtung einschlagen. Das betrifft dann nicht nur die Gedanken, das ist nicht nur eine intellektuelle Angelegenheit, sondern das betrifft auch mein ganz praktisches Handeln und Leben.

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