Jesaja 52 – Göttliche Routenplanung

„Der Herr wird vor euch herziehen und der Gott Israels wird euren Zug beschließen.“ (Jes. 52,12)

Für die Israeliten war das damals zunächst einmal nur eine Verheißung. Eine Verheißung, die sie als Gefangene der Babylonier im Exil kaum glauben konnten. Jetzt im Nachhinein wissen wir, dass sie sich erfüllt hat. Gott hat sein Volk befreit und nach Hause geführt. Damit waren nicht alle Probleme gelöst und auch danach gab es – und gibt es bis heute – viel Leid und viel Grund zur Klage. Aber neben dem Auszug aus der Gefangenschaft aus Ägypten ist die Befreiung aus dem Exil für die Israeliten bis heute eine Urerfahrung des Glaubens. Gott befreit. Gott geht mit.

„Herr, ich möchte mich nicht in der Höhle meiner Angst, meiner Müdigkeit, meiner Enttäuschung und meines fehlenden Vertrauens verstecken. Ich möchte mit gehen. Ich möchte dir folgen. Ich möchte erleben, dass du voraus gehst und dass du mich umgibst und schützt.“

Ja, das stimmt wohl: Wer sich nicht aufmacht und losgeht, der kann auch nicht erleben, dass Gott auf dem Weg beschützt. Wer sich nicht traut Gott zu folgen, der kann auch nicht erleben, dass Gott den Weg zeigen wird. Wir bekommen Gottes Wegweisung leider nicht vorher als Routenplan des Lebens zugeschickt, sondern können sie immer nur ganz konkret auf dem bereits begonnenen Weg erleben.

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