Jesaja 52, 13 – 53, 12 – Die ungeschminkte Wahrheit

Die Christen haben von Anfang an in diesem sogenannten vierten Gottesknechtslied von Jesaja das Schicksal von Jesus wieder erkannt. Ein Unschuldiger leidet und stirbt für die Schuld der Anderen. Klaus Douglass beschäftigt sich in seiner Erklärung nun mit dem Kreuz, dem Symbol für Jesus Sterben und inzwischen für das Christentum, auf dem Hintergrund dieses Jesaja-Textes.

Am Kreuz hat Jesus unsere Schuld und unser Leiden auf sich genommen. Sein Sterben am Kreuz ist kein schöner Anblick und kein schöner Gedanke. Douglass sagt, dass „uns in dem Gekreuzigten die Urgestalt des Menschen begegnet, die nackte, ungeschminkte Wahrheit über ihn: Letztendlich sind wir geschlagene, missbrauchte, todverfallene Kreaturen.“ (S.247) Das Kreuz ist so etwas wie ein Spiegel, der uns die Wahrheit über uns selbst vor Augen hält. Diesen Anblick halten nicht sehr viele aus. Und vielleicht sind es deswegen so wenige Menschen, die sich wirklich auf den chrislichen Glauben einlassen.

Aber das fantastische ist, dass uns Gott nicht nur den Spiegel vorhält, sondern dass er uns hilft, trotz dieser harten Wahrheit ein sinnvolles und würdevolles Leben zu führen. Gott kennt diese Wahrheit ganz genau – und er liebt uns trotzdem. Er liebt uns nicht weil wir so toll und brav sind, sondern er liebt uns trotz unserer Schuld. Und wenn Gott meine Abgründe und mein Scheitern überwinden kann, dann kann ich auch selbst mit diesen Abgründen und dem Scheitern leben und sie überwinden.

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