Jesaja 49 – Gott vergisst nicht

Viele Israeliten haben im Exil gedacht: „Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen.“ (Jes. 49,14) Und das ist ja auch veständlich: seit Jahrzehnten wartet man auf Gottes Eingreifen und es passiert nichts, die Götter der Babylonier scheinen stärker zu sein als der Gott Israels, man muss sich mit der Lage und der Hilflosigkeit abfinden. Aber Gott antwortet mit einem der eindrücklichsten Vergleiche für seine Liebe: „Kann auch eine Frau ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen.“ (Jes. 49,15) Bei Menschen kann das Undenkbare geschehen: dass Eltern ihre leiblichen Kinder vergessen und vernachlässigen. Viel zu oft lesen wir davon. Und jedes Mal ergreift uns das Schaudern darüber: Wie kann so etwas nur geschehen? Gottes Liebe ist stärker – viel stärker. Selbst wenn bei uns Menschen das Unmögliche geschieht – bei Gott nicht. Er vergisst und nicht.

Das hören wir natürlich gerne: Gott denkt an uns, er vergisst uns nicht. Er liebt uns mit einer unendlich starken Liebe. Aber wir sollten auch daran denken, dass die Israeliten damals Jahrzehnte auf Gottes Eingreifen warten mussten. Viele sind vorher gestorben. Das hören wir in unserer schnelllebigen Welt nicht so gerne… Wir hätten gerne Heilung, Zufriedenheit, Glück, und Wohlstand gleich und sofort. Am besten einmal von einem vollmächtigen Prediger gesegnet werden, eine volle Ladung der Salbung des Heiligen Geistes abbekommen und als Gesegnete des Herrn fröhlich durchs Leben ziehn. Aber was ist, wenn es nicht sofort geschieht? Was ist wenn wir jahrzehntelang warten und Gott greift nicht ein? Können wir dann auch noch daran festhalten: Gott liebt uns unendlich und er vergisst uns nicht?

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