Jesaja 48 – Glutofen des Elends

Nachdem im letzten Kapitel die Babylonier eins auf die Mütze bekommen haben, knüpft sich der Prophet die Israeliten vor. Sie bekennen sich zwar zu Gott, aber nicht in Wahrheit und Gerechtigkeit. Sie sind treulos und abtrünnig von Anfang an. Aber, und das ist das große Wunder, Gott hält trotzdem an seinem Volk fest – um seines Namens willen (Jes. 48,9). Also nicht aufgrund irgendeiner Leistung, sondern weil er sich dieses Volk erwählt hat und weil er zu seinem Wort steht.

Die Zeit des Exils wird in V.10 als eine Zeit der Prüfung gedeutet: Gott hat Israel geprüft und geläutert im Glutofen des Elends. Das sind schwere und harte Gedanken. Aber ich merke das bei mir selbst, dass ich oft in den schweren Zeiten mehr über Gott lerne als in den guten Zeiten. Das heißt nicht, dass ich alles Elend gleich als Prüfung Gottes sehe – viel Elend in dieser Welt ist einfach unnötiger Schwachsinn – aber auch im scheinbar unnötigen Leid kann ich Gott näher kommen, neu auf seine Hilfe hoffen, ihn neu mit ganzem Herzen suchen. Wenn ich bequem, glücklich und zufrieden auf dem Sofa abhänge, dann hab ich diese Sehnsucht nach Gott nicht so sehr.

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