Jesaja 46 – Ein trotzig und verzagt Ding

„Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?“ (Jer.17,9)

Diese Erfahrung hat auch der Prophet Jesaja gemacht. Er spricht die „trotzigen Herzen“ an (Jes.46,12 nach Luther). Da verkündigt er das Eingreifen Gottes und die Machtlosigkeit der fremden Götzen, da verkündigt er im Namen Gottes: Alles wird gut! Gott ist da, er wird euch erretten, er hat euch nicht vergessen, er wird euch ewige Erlösung schenken. Und die Zuhörer? „Ach, das ist mir alles ein bisschen zu rosarot, das kann ich nicht glauben! Warum hat Gott es dann überhaupt zugelassen, dass wir ins Exil kamen? Warum soll Gott gerade jetzt eingreifen, nachdem er Jahrzehntelang nichts getan hat?“ Ja, das Herz ist ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?

Ich hät wohl auch rumgejammert und wäre skeptisch gewesen. Wie schnell geht das, dass wir tolle Erlebnisse mit Gott vergessen und nur noch sein scheinbares Nicht-Eingreifen in der Gegenwart sehen? In Jesaja 46 erinnert der Prophet seine Zuhörer an Gottes Größe, an das was er schon alles in der Geschichte Israels getan hat und an die Erfahrung, dass jeder von Mutterleib an von Gott getragen wird. Aber das trotzige Herz will’s gar nicht hören, es fehlt der Glaube, es fehlt das Vertrauen, es fehlt der Mut, sich trotz der Enttäuschung wieder neu Gott hinzugeben. Klingt vertraut…

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