Jesaja 43, 18-25 – Schick es runter!

Blumen in der Wüste„Jesaja ist davon überzeugt: Die Schöpfung liegt nicht hinter uns, sondern vor uns.“ (S.174) Klaus Douglass hat die Gabe, manche Zusammenhänge knackig und deutlich auf den Punkt zu bringen. Bei diesem Text aus Jesaja legt er unter anderem Wert darauf, dass Gott die Welt nicht wie ein Uhrwerk geschaffen hat, das er einmal aufzieht und das dann von alleine weiter läuft (oder irgendwann dann nicht mehr läuft…), sondern Gott bleibt der Schöpfer, er schafft immer wieder neues – theologisch gesprochen ist das der Gedanke der creatio continua (die kontinuierliche Schöpfung). Dieser Satz trifft das sehr gut: Die Schöpfung liegt nicht [nur] hinter uns [das natürlich auch, aber das Entscheidende für die Hörer des Jesaja ist:], sondern vor uns.

Mir gefällt dazu besonders auch das Bild, das im Bibeltext selbst auftaucht: Gott sendet Wasser in die Wüste (V.20) und lässt dadurch neues Leben entstehen. Ich erinnere mich dabei an einen Dokumentarfilm über die Wüste. Alles war heiß, ausgetrocknet und trostlos. Doch dann kam die Regenzeit und die Wüste fing an zu blühen und erstrahlte im saftigen Grün. Die Wüste war nicht wieder zu erkennen. „Siehe, ich will ein neues schaffen!“ (V.19) Ja, schick es runter, das Wasser! Lass es fließen! Lass unsere Wüsten grün und saftig werden!

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Foto: Nussjeck | pixelio.de

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