Jesaja 40 – Von Gott enttäuscht

Ab Jesaja 40 spricht das Jesajabuch in eine andere Situation hinein. Das was Hiskia angekündigt wurde, dass Jerusalem von den Babyloniern erobert wird (Jes. 39,6; vgl. Jesaja 39 – Menschlich, allzu menschlich), ist eingetroffen: Jerusalem zerstört, der Tempel existiert nicht mehr und die Oberschicht des Landes wurde nach Babylonien deportiert. Seit zwei Generationen sind die Exilierten in der Fremde und hören nun die Botschaft ab Jesaja 40 (viele streiten darüber, ob das nun prophetische Worte, des Original-Jesaja waren, oder ob die Worte eines unbekannten späteren Propheten ans Jesajabuch angehängt wurden – mir ist das herzlich egal: klar ist doch auf jeden Fall, dass es Worte Gottes sind und dass sie den Exilierten gelten).

Mit großartigen Worten beschreibt der Prophet die Unvergleichlichkeit und Macht Gottes. Es gibt nichts und niemand, mit dem wir Gott wirklich vergleichen können. Auch die von den Babyloniern als Götter verehrte Gestirne sind nichts weiter als Geschöpfe Gottes. Anscheinend haben die Leute im Exil den Glauben an Gottes Macht verloren: Ihr Gott wurde von den babylonischen Göttern besiegt. Er hat nicht eingegriffen als sein erwähltes Volk verschleppt wurde. Seit Jahrzehnten sitzen sie in der Fremde fest, ohne etwas von Gottes Macht zu spüren. Ganz bestimmt waren viele von Gott enttäuscht: Warum lässt er uns hier hängen? Warum lässt er zu, dass die Babylonier mit ihren Göttern über uns triumphieren?

Das kann ich gut verstehen. Wenn ich in der Bibel von Gottes Größe und Herrlichkeit lese, dann frage ich mich schon, warum mein Leben als Christ oft so kümmerlich und klein ist. Wo ist dieser unvergleichliche Gott in meinem Alltag? Warum zeigt er nicht mehr von seiner Macht in meinem Leben? – Ich klammere mich fest an SEINEM Wort: „Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jes. 40,29-31)

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