Jesaja 38 – Die große Gott-Show

von windhauch

In diesem Kapitel wird von der schweren Krankheit der Königs Hiskias berichtet. Er betet zu Gott und wird wieder gesund. Beim lesen hab ich mich über die Art und Weise gefreut, wie dieses Wunder geschieht. Kein großes Brimborium, kein Wunderheiler, der eine große Show abzieht, keine spektakuläre Dämonenaustreibung, niemand, der vom Geist auf den Boden geschmissen wird oder anfängt hysterisch zu lachen… Hiskia spricht nur ein simples Gebet und “weinte sehr” – Das war’s. Das reichte Gott, um ihn wieder gesund zu machen.

Zur Zeit werden ja viele von der sogenannten “Lakeland-Erweckung” um Todd Bentley bewegt. Ich sehe das sehr kritisch. Auch dort werden (angeblich) Menschen geheilt (manches stellt sich auch als “Irrtum” heraus, so wie die Auferweckung eines toten Mädchens: http://phillyflash.wordpress.com/2008/05/27/todd-bentley-and-the-florida-outpouring-part-7/). Aber dort geschehen diese Dinge nicht in aller Stille auf dem Krankenbett, nicht mit einem einfachen, persönlichen Gebet und ehrlichen Tränen. Dort hat es der Heilige Geist komischerweise nötig, ein riesige Show daraus zu machen.

Beim Weiterlesen allerdings war ich dann wie vor den Kopf gestoßen: Gott gibt dem Hiskia ein Zeichen als Bestätigung seiner Heilung: Der Schatten an der Sonnenuhr des Ahas ging zehn Striche zurück… Was soll denn das jetzt?!? Gerade noch eine ganz unspektakuläre Heilung und nun zieht Gott die große Show ab? Warum nur?!? Naja, zumindest wird im Bibeltext um dieses Zeichen (das uns modernen Menschen noch viel extremer als dem antiken Menschen erscheint) kein großes Aufhebens gemacht. Es wird einfach berichtet und kommentarlos stehen gelassen (Todd Bentley hätte das sicher besser vermarktet…)

Für mich heißt das, dass ich Gott nicht vorschreiben kann, wie er handelt. Es kann sein dass er ganz unspektakulär und kaum wahrnehmbar in unsere Welt eingreift. Er kann aber auch buchstäblich unsere Welt auf den Kopf stellen und eben mal die Ordnung unseres Sonnensystems durcheinander bringen. Das heißt aber nicht, dass alles spektakuläre damit automatisch von Gott ist. Was es mit Lakeland auf sich hat wird man wohl erst mit genügend Abstand wirklich beurteilen können (vgl. dazu Jes. 36: Ob ihr wirklich richtig steht).

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