Jesaja 36 – Ob ihr wirklich richtig steht

Die Kapitel 36-39 sind so etwas wie ein geschichtlicher Anhang an den ersten Teil des Jesaja-Buches. In diesen Kapiteln wird deutlich, dass die Ankündigen des Jesaja auch tatsächlich eingetroffen sind. An der Stelle wird für mich ein grundsätzliches Problem von Prophetie deutlich: Richtig überprüfen kann man prophetische Aussagen erst, wenn es schon zu spät ist. Es gab zur Zeit der alttestamentlichen Propheten noch viele andere Propheten. Und der eine hat dies gesagt und der andere jenes. Erst im Lauf der Geschichte hat sich herausgestellt, welcher Prophet wirklich im Namen Gottes gesprochen hat. So z.B. Jesaja. Aber die Zeitgenossen Jesajas konnten das ja noch nicht wissen.

Auch heute scheint in manchen Kreisen des Christentums die Prophetie wieder neu in Mode zu kommen. Propheten reisen durch die Gegend und geben sogar Seminare, wie man Prophet wird. „Eindrücke“ und Träume werden weitergegeben und jeder scheint eine wichtige Botschaft von Gott zu empfangen. Ich fühl mich dabei sehr unwohl. Woher soll ich wissen, welche Prophetie wirklich von Gott ist? Wie soll man aus dem Mischmasch von göttlicher Inspiration, menschlichen Sehnsüchten und Ängsten und vielleicht auch satanischer Verblendung die richtige Botschaft heraushören können? Wer recht hatte und wer nicht stellt sich in der Regel erst heraus, wenn es schon zu spät ist. Mich stört der oft so leichtfertige und blauäugige Umgang mit diesem „großen“ Thema. „Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht…“ – und dann ist es schon zu spät!

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