Jesaja 35 – Da muss es doch noch mehr geben!

Nachdem in Jes. 34 wieder mal das Gericht Gottes auf der Tagesordnung stand, folgt in Jes. 35 ein Kapitel mit überschwänglichen Heilszusagen. So als ob Jesaja deutlich machen will: Ja, es kommt ein Tag des Gerichts und des Zorns – aber das ist nicht Gottes letztes Wort, das ist nicht das Ziel Gottes, es kommt noch mehr… „Sie sehen die Herrlichkeit des Herrn, die Pracht unseres Gottes.“ (Jes. 35,2)

Wie sich Jesaja wohl dieses zukünftige Heil vorgestellt hat? Er spricht einerseits ganz irdische Erwartungen an: Dass die Erlösten des Herrn wiederkommen nach Zion, also das die Gefangenschaft und Verbannung der Israeliten ein Ende haben wird und sie wieder in ihr Land und in die Stadt Jerusalem zurückkehren werden. Andererseits malt er diese Zukunft in so himmlischen und leuchtenden Farben, dass das jede irdische Realität zu überstrahlen scheint. Zur Zeit des Jesaja war es noch nicht so klar wie für uns, dass es einmal ein Leben mit Gott über den Tod hinaus geben wird. Man konzentrierte sich auf die jetzige Welt und Gottes Wirken im irdischen Leben. Jesaja sagt es selbst in Jes. 38,18: „Die Toten loben dich nicht.“ Man dachte: Wer gestorben ist, der kann Gott nicht mehr loben, der ist weg.

Vielleicht hatte Jesaja auch das Gefühl: Das kann doch nicht alles sein! Das was wir hier und jetzt erleben, das kann doch noch nicht alles gewesen sein! Um die Wüste lebendig zu machen, muss doch mehr geschehen als die Befreiung aus dem Exil. Um ewige Freude zu haben, muss doch mehr geschehen als die kurzfristige Änderung von politischen Verhältnissen.

Ich hab für meinen Glauben auch das Gefühl: Das kann doch nicht alles sein! Das was ich hier und jetzt mit Jesus erlebe, das kann doch nicht alles gewesen sein! Um meine Wüste lebendig zu machen, muss doch mehr geschehen als die zugesprochene Vergebung der Sünden. Um ewige Freude zu haben, muss doch noch mehr passieren, als dass ich mich mehr schlecht als recht bemühe ein Leben mit Gott zu führen! Ich freu mich auf dieses MEHR.

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