Jesaja 29 – Analphabeten der göttlichen Liebe

Ein Thema dieses Kapitels ist die Verstockung und Verblendung von Menschen. Jesaja schreibt, dass Gott selbst einen Geist des Schlafes ausgießt (Jes.29,10) und dass sein Volk seine Worte deswegen nicht versteht. Es geht ihnen wie einem Analphabeten, dem man ein Buch in die Hand drückt und er mit den Buchstaben darin rein gar nichts anfangen kann.

Verstockung finde ich eines des schwierigsten Themen in der Bibel. Einerseits wird die Freiheit und Eigenständigkeit des Menschen betont: Er ist frei dazu, sich auch gegen Gott zu entscheiden. Andererseits gibt es viele Stellen, an denen sich Menschen gar nicht für Gott entscheiden können, weil sie (von Gott selbst!) verstockt und verblendet sind. Ein Paradebeispiel dafür ist der Pharao in Ägypten: Da heißt es abwechselnd, dass der Pharao selbst sein Herz verhärtet hat (Ex.8,11.28) und dass Gott sein Herz verhärtet hat (Ex.7,3; 8,15). Ja was denn nun? Wer verstockt? Verstockt Gott den Menschen oder der Mensch sich selbst? Ich versuche jetzt nicht darauf in zwei Sätzen ein Antwort zu geben… Das würde sowieso nur schiefgehen… 😉

Aber manchmal kommen mir viele meiner Mitmenschen und auch ich selbst wie solche Analphabeten vor, die manches über Gott lesen und über ihn hören, die es aber einfach nicht verstehen. Da sind lebendige Worte Gottes, aber sie bleiben tot, weil man einfach keinen Zugang dazu findet. Da hört man von der göttlichen Liebe zu uns, aber man wird gar nicht davon berührt, weil einem die Antennen dafür fehlen. Da sendet Gott uns unaufhörlich Liebesbotschaften und wir finden nicht den richtigen Sender…

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.