Jesaja 27 – Das große Entweder-Oder

In Jesaja 27 wird deutlich, dass die babylonische Gefangenschaft der Israeliten als Gericht Gottes gesehen wurde und dass danach die Schuld des Volkes gesühnt war. So wie am Anfang von Jesaja (Jes.5) Israel als unfruchtbarer Weinberg gesehen wurde, so wird es nach der Zeit des Gerichts ein lieblicher Weinberg sein, den Gott selbst behütet und begießt. Und dann heißt es von Gott: „Ich zürne nicht.“ (Jes.27,4) Auf diesem Hintergrund könnte man das Gericht Gottes als reinigendes Gewitter sehen, das den Schmutz von den Straßen wäscht, ein Gewitter, das zur Besinnung ruft und das einen wieder auf den richtigen Weg zurückbringt.

Wenn ich an Gericht Gottes denke, dann denke ich mehr in absoluten Kategorien: Entweder ewiges Heil oder ewige Verdammnis. Aber vielleicht wird das auch mal noch ganz anders sein. Vielleicht geht Gott auch noch andere Wege. Wege die abseits des großen Entweder-Oders liegen. Auf jeden Fall gibt es genügend Stellen in der Bibel, in denen das Gericht nicht nur als etwas vernichtendes, sondern auch als etwas reinigendes gesehen wird. Bin gespannt wie das mal sein wird, wenn wir vor ihm stehen. Wahrscheinlich wird schon allein SEIN Anblick beides in einem sein: Schrecklich und wunderschön; wir werden bis ins Innerste erschüttert und erschrocken sein und zugleich himmelhoch jauchzend und strahlend über seine unbeschreibliche Schönheit…

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