Jesaja 26 – Sehnsucht nach Gott

Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen.“ (Jes.26,9) Ich wünschte ich könnte das auch so sagen. Oder besser gesagt: Ich wünschte, dass ich diesen Wunsch nach Sehnsucht Gottes wirklich so umfassend in meinem Herzen hätte. Denn ehrlich gesagt hab ich schon vor diesem Wunsch nach ganz umfassender Hingabe an Gott Angst… Da gibt es so viel anderes Verlangen und so viel andere Sehnsucht in meinem Herzen, so viel, was nichts mit Gott zu tun hat.

Wenn ich dieses Gebet lese, dann merke ich, dass auch meine Sehnsucht danach, selbst so beten zu können, eigentlich wenig mit Gott zu tun hat, sondern viel mehr mit mir selbst. Ich wünsch mir das nicht, weil ich Gott damit ehren will, sondern weil ich insgeheim denke: Man, dass muss ein tolles Gefühl sein, wenn man das ganz von Herzen so leben kann, diese Sehnsucht nach Gott. Und so suche ich letztendlich nicht Gott, sondern mich selbst.

Ich weiß nicht wie das anderen geht, aber wenn ich bei vielen Lobpreisliedern anfange über den Text nach zu denken, dann erschrecke ich oft innerlich. Viele handeln von solch einer innbrünstigen und verliebten Hingabe an Gott, dass es meilenweit von meinem ganz normalen Alltag als Christ weg ist. Sind diese Lieder nur dazu da, um sich selbst diese Hingabe einzureden, oder zumindest davon zu singen, wenn ich es schon nicht schaffe, so zu leben? Wie viele Menschen können diese Texte wirklich ernsthaft und mit reinem Herzen singen? Ist da nicht wahnsinnig viel Heuchelei mit im Spiel?

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Ein Gedanke zu „Jesaja 26 – Sehnsucht nach Gott“

  1. das frage ich mich auch manchmal, und wie oft singt man ohne bewusst wahrzunehmen was man da singt,… das passiert ja auch mal schnell, wenn man mit den gedanken abdriftet.

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