Jesaja 23 – Der Herr hat es so beschlossen

So, Jesaja 23, ein letztes Kapitel mit Gerichtsworten Jesajas gegen andere Völker – puh, fast geschafft… Frag mich ja schon, warum diese ganzen Gerichtsankündigen so wichtig sind und so viel Platz einnehmen müssen? Leider scheinen die Kapitel 24-27 auch nicht gerade entspannend zu sein: In meiner Bibel sind sie überschrieben mit „Gottes Gericht über die ganze Erde“ 🙁 Vielleicht hät ich mir doch ein anderes Buch für den Start meines Blogs raus suchen sollen?! Andererseits bin ich erstaunt gewesen, wie auch diese scheinbar deprimierenden Kapitel mich immer wieder auch zum Nachdenken gebracht haben…

Woran ich bei Jesaja 23 hängen geblieben bin ist die Aussage: „Der HERR Zebaoth hat’s so beschlossen“ (Jes. 23,9). Ganz selbstverständlich wird davon ausgegangen, dass Gott in die Geschichte eingreift, dass er Unglück und Zerstörung über selbstherrliche Menschen und Völker bringt und dass die Weltgeschichte kein blinder Zufall ist. Sind das nur Deutungen und Wünsche des Propheten, oder ist es wirklich so? Ich frag mich: Wenn Gott wirklich so ist, wenn er wirklich so konkret in die Geschichte eingreift, warum tut er das dann so selten? Was ist mit dem ganzen Müll, dem ganzen Leid, dem ganzen Schmerz, den manche Menschen heute durchmachen müssen? Warum kann Gott die damaligen Weltmächte in Schutt und Asche legen, aber solche kleine, widerwärtige Kinderschänder, die es heute viel zu viel gibt, lässt er gewähren? Warum vernichtet er die Pracht der damaligen Handelsgroßmacht Tyrus, aber irgendwelche gewissenlose Spekulanten, die heute mit dem Elend anderer Millionen verdienen, können ungestört ihrem Geschäft nachgehen? Warum hat der damals seine Hand ausgestreckt und Königreiche erschreckt und heute lässt er zu, dass machtgeile Politiker in Birma und sonstwo ihr Volk verrecken lassen?

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