Jesaja 22 – ora et labora

Jesaja kritisiert seine Landsleute: Anstatt angesichts der assyrischen Bedrohung auf Gott zu vertrauen, haben sie sich in menschlichen Aktivitäten verloren. Die Mauern wurden befestigt, die Wasserleitung gesichert und als religiöses Alibi hat man rauschende Opferfeste gefeiert. Keiner tat das, was Gott gefallen hätte: Umkehr, weinen über die eigene Schuld, Buße tun (Jes. 22,12).

Ich glaube nicht, dass man das eine gegen das andere ausspielen kann: Menschliche Aktivität gegen Vertrauen auf Gott. Beides ist nötig. Wo eines fehlt, da wird die Sache schief. Die Frage ist nur: Was heißt das konkret? Beweist sich mein Vertrauen auf Gott nicht manchmal gerade darin, dass ich nichts tue, dass ich alles Gott in die Hände lege? Oder ist es eher so wie in dem altbekannten Spruch: „Bete, als ob alles arbeiten nichts nütze und arbeite, als ob alles beten nichts nütze“? Ich mag diese Aussage, weil sie uns nicht auf ein plattes entweder-oder festlegt. Und ehrlich gesagt ist mir schon längst klar, auf welcher Seite es bei mir fehlt: am Vertrauen und beten. Viel zu viel versuche ich allein aus eigener Kraft zu tun.

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