Jesaja 20 – Zu viel Heil heilt nicht

Nach dem Hoffnungslicht in Jesaja 19 gibt’s jetzt gleich wieder was auf den Deckel. Zumindest für die Ägypter. In Jes. 19,25 werden die Ägypter von Gott noch liebevoll „mein Volk“ genannt und jetzt wird ihnen die große militärische Niederlage gegen Assyrien angekündigt. Zuckerbrot und Peitsche?! Irgendwann wird mal alles gut werden, aber bis dahin gibt’s immer wieder mal Schläge…?! Gottes Heil kommt, aber es ist noch weit weg – in der Gegenwart gibt’s erst mal Gericht?!

Die Wuppertaler Studienbibel schreibt zu dieser Stelle: „Wie an anderen Stellen in diesem Buch, so folgt eine Gerichtsankündigung auf eine Heilsankündigung, damit die Hoffnung auf das Kommende den Adressaten der prophetischen Botschaft nicht über die tatsächlichen Vorgänge in der Gegenwart im unklaren läßt.“ Macht uns zu viel Heil zu schwerfällig, träge und bequem? Verhindert zu viel Heil die Umkehr und Neuausrichtung auf Gott? Theologisch steht dahinter die Spannung von Gesetz und Evangelium. Luther hat immer wieder betont, dass beides nötig ist: das Evangelium, aber auch das Gesetz, das uns unsere Sünde aufzeigt. Um die Kraft des Evangeliums zu verstehen und zu würdigen, müssen wir auch Gottes Zorn über die Sünde verstehen.

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