Jesaja 18 – Ein Sack Reis

Seitenweise und Kapitelweise immer nur Gerichtsankündigungen. Gegen Juda und Israel, und gegen fast jedes damals bekannte Land. Heute ist Kusch (=Nubien, südlich von Ägypten) an der Reihe. Auch die werden von Gott für irgendwas bestraft werden.

Was soll das? Hat hier ein depressiver Prophet namens Jesaja einfach seinen Frust abgelassen, weil die Sache nicht so läuft, wie er sich das vorgestellt hat? Wenn es dagegen wirklich Gottes Worte sind, was bringt das dann? Die Nubier wird es herzlich wenig kümmern, wenn irgendwo im fernen Israel ein fremder Prophet ein paar Zeilen gegen sie schreibt… Das ist so, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt, das kümmert uns auch herzlich wenig. Oder will Gott den Judäern einfach nur deutlich machen, dass zu gegebener Zeit nicht nur sie selbst, sondern auch alle anderen Menschen für ihre Sünden bestraft werden? Das macht noch am meisten Sinn.

Interessant ist, dass auch an dieser Stelle durch alle dunklen Gerichtsankündigungen hindurch noch ein kleiner Lichtstrahl Hoffnung fällt. Irgendwann werden auch die Nubier zum Herrn Zebaoth kommen und ihm Geschenke bringen (Jes. 18,7). Es wird nicht ausgeführt, was das denn heißen wird, aber man könnte es mit Jes. 2,1-5 in Verbindung bringen: Es wird eine Zeit geben, in der die Völker zum Haus Gottes kommen werden und Gott die Schwerter zu Pflugscharen machen wird. Er wird Frieden zwischen den Völkern herstellen. Wie auch immer das genau aussieht, bei der Party möcht ich auch gern dabei sein…

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