Jesaja 16 – Hochmut kommt vor dem Fall

Auch in Jesaja 16 geht es um Israels Nachbarvolk Moab. Wieder wird Moab Krieg und Zerstörung angesagt. Die Flüchtlinge werden nach Juda kommen und dort Hilfe suchen. Gedeutet wird dieses Elend als Strafe Gottes über den Hochmuts Moabs (Jes.16,6).

Hochmut ist ein Wort, dass mir nicht mehr vertraut ist. Ich würde es nicht im normalen Sprachgebrauch benützen. Laut Wikipedia ist Hochmut im engeren Sinn ein soziales Phänomen: „Der Hochmütige schafft soziale Distanz durch eine fragwürdige Selbstaufwertung“ (de.wikipedia.org/wiki/Hochmut). Fragwürdige Selbstaufwertung, die Distanz schafft – ja das kenn ich. Oft ist das verbunden mit einer Abwertung der anderen. Um selbst groß zu erscheinen, macht man andere klein. Das geschah nicht nur damals in Moab, das geschieht täglich – anderen Menschen gegenüber, aber auch Gott gegenüber.

Das Gegenteil ist die Demut, die „Gesinnung eines Dienenden“: „Der Demütige erkennt und akzeptiert – aus freien Stücken –, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt.“ (de.wikipedia.org/wiki/Demut) Gegenüber Gott ist das eigentlich die einzige Haltung, die wir einnehmen können. Wenn es etwas Höheres als uns gibt, dann ihn! Und wenn die Demut das Gegenteil von Hochmut ist, dann schafft die Demut keine Distanz, sondern Nähe. Wer Gott nahe kommen will, der braucht diese Demut.

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