Jesaja 15 – Eine Insel des Mitleidens

In Jesaja 15 finden sich Gerichtsworte gegen Israels Nachbarvolk Moab. Es ist nicht deutlich, ob es um Prophezeiungen geht, oder ob Tatsachen geschildert werden. Moab klagt, schreit, jammert und heult über das Elend, das es trifft.
Mitten drin ein Aufschrei des Propheten: „Mein Herz schreit über Moab“ (Jes. 15,5). Keine Schadenfreude über das Leid der anderen, sondern persönliche Erschütterung und Mitleid. Es ist gut, dass so etwas auch im Alten Testament auftaucht. Es gibt also nicht nur das elitäre Denken: Wir sind Gottes Volk und alle anderen kann Gottes Zorn nicht hart genug treffen. Nein, auch einem Jesaja kann es das Herz herumdrehen, wenn er das Leid der anderen sieht.

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