Jesaja 13 – Zornige Liebe

Während in Jesaja 12, beim Danklied der Erlösten, noch das gnädige und vergebende Antlitz Gottes aufleuchtet, geht es nun ausschließlich um Gottes Zorn. Sein Zorn, der sich am Tag des Herrn über Babylonien und ganz allgemein über alle Sünde ergießen wird.
Der Tag des Herrn, der Tag an dem der Herr endgültig kommen wird und an dem er diese Welt richten und vollenden wird – an vielen Stellen ein Tag der Freude, ein Tag des Feierns, ein Tag der Gerechtigkeit und des Friedens. Aber an vielen anderen Stellen, so wie hier auch ein Tag des Zorns. Zorn über all die Abkehr vom Leben, von Gott, von der Liebe. Zu der Liebe gehört auch der Zorn, der Zorn über alles, was der Liebe entgegensteht. Wer das Leben liebt, muss gegen alles lebenszerstörende ankämpfen, es vernichten.

Schwierig zu verstehen ist für mich, dass in diesem Text nicht zwischen Sünder und Sünde unterschieden wird. Die Babylonier werden einfach alle, ohne Ausnahme und ganz pauschal verurteilt und dem Erdboden gleichgemacht. Wieviel davon ist wirklich Gottes Zorn über die Babylonier und wieviel ist Frust und Zorn Israels über den weltlichen und politischen Feind?

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