Jesaja 12 – Danke für den Zorn

„Ich dank dir, Herr, dass du bist zornig gewesen über mich…“ Aber hoppla! Wie kann man dafür danken, dass Gott zornig über einen ist?! Das macht doch keinen Sinn, oder?! Ach so, es geht ja noch weiter: „…und dein Zorn sich gewendet hat und du mich tröstest.“ Okay, dafür kann man natürlich gut danken…

Hier werden die zwei Gesichter Gottes sehr schön miteinander verknüpft: Er ist der zornige Gott, der Sünde mit aller Härte aufdeckt und bestraft. Aber zugleich ist er der Gott, der von seinem Zorn ablässt und uns tröstet. In Exodus 34,7 wird dieses Verhältnis zwischen Gnade und Zorn so ausgedrückt: Gott vergibt tausenden (von Generationen) und sucht die Schuld heim von 3 bis 4 Generationen. In diesem Verhältnis stehen Zorn und Gnade: 3-4 zu 1000…

An diesem Text wird mir auch wieder schmerzlich das Ineinander von „noch nicht“ und „schon jetzt“ deutlich. Durch den Messias, Jesus Christus, ist diese endzeitliche Heils- und Friedenszeit schon angebrochen. Wir dürfen einstimmen in dieses Danklied der Erlösten. Weil Jesus uns jetzt schon erlöst hat. Weil sich durch Jesus Gottes Zorn gewendet hat und er uns tröstet. Aber zugleich leben wir noch nicht in der endgültigen Vollendung. Es kommt noch was. Es steht noch etwas aus. Das Beste fehlt noch…

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