Jeremia 8, 4-13 Die Anthropodizee-Frage

Wir Menschen sind ja schnell dabei, Gott die Warum-Frage zu stellen: „Gott, warum lässt du das zu? Warum gibt es so viel Leid in dieser Welt? Warum hast du das nicht verhindert?“ Das ist dann die sogenannte Theodizee-Frage. Jeremia dreht hier den Spieß herum. Er lässt Gott fragen: „Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für?“ (V.5) Gott als derjenige, der einfach nicht verstehen kann, warum sich der Mensch von ihm abwendet.

Jeremia verstärkt dieses Bild des Unverständnisses über uns Menschen mit einem Vergleich zum Tierreich. Die Tiere sind schlauer als das Volk zur damaligen Zeit. Der Storch, die Turteltaube, der Kranich und die Schwalben wissen instinktiv, wann es Zeit ist umzukehren. Nur der Mensch läuft ungebremst, voller Elan und ohne schlechtes Gewissen dem Untergang entgegen. Warum nur? Die „Anthropodizee-Frage“ (Anthropos=Mensch) ist genau so berechtigt wie die Theodizee-Frage (Theos=Gott).
Bibeltext

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Ein Gedanke zu „Jeremia 8, 4-13 Die Anthropodizee-Frage“

  1. Hallo Windhauch,
    ich habe keinen Kommentar zu diesem Thema. Aber ich habe eine Frage und weiß nicht, wie ich sie anders stellen kann, als dass ich auf „Kommentar“ klicke.
    Meine Frage ist: kann mir jemand sagen, wie Jesus zu den Tieren stand? Gibt es hierzu Bibelstellen?

    Vielen Dank und Grüße!

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