Jeremia 8, 14-23 – Alltag der Nichtigkeiten

von windhauch

Statt schweigen und grübeln: Weiter im Text! In diesem Abschnitt sieht Jeremia voraus, dass Juda von Feinden erobert wird (V.16) und dass die Bewohner ins Exil, ins ferne Land müssen (V.19). Selbst dort werden sie noch nicht richtig kapieren, warum das alles geschehen ist. Jeremia kann nur immer wieder im Namen Gottes wiederholen: “Ja, warum haben sie mich so erzürnt, durch ihre Bilder und fremde, nichtige Götzen?” (V.19)

Man muss immer wieder Staunen über die Uneinsichtigkeit und Hartherzigkeit der Menschen damals. Dabei sind das Vorgänge, die wir in ähnlicher Weise an uns selbst immer wieder beobachten können. Ich merke z.B. bei mir, wie die paar Tage im Krankenhaus mich herausgerissen haben aus meinem Alltag und wie ich mich “gezwungenermaßen” wieder ganz neu auf Gott ausgerichtet habe. Kaum bin ich wieder für ein paar Tage daheim, da greift der Alltag wieder kaum merklich seine verführerischen und umgarnende Finger aus. Und er verstrickt die Seele wieder in die ach, so wichtigen Problemchen und Sörgchen des täglichen Einerleis…

Vielleicht gab es damals schon so manchen, dem die Botschaft des Jeremia zu Herzen ging. Vielleicht wollte sich so mancher bessern und eigentlich wieder zum Gott der Väter umkehren. Aber im Rückblick wissen wir aber, dass Jahrzehntelang nicht viel passiert ist, der drohende Untergang, den Jeremia ankündigte, lies auf sich warten. Und dann ist man schnell wieder im süßen Alltag der Nichtigkeiten und der großen und kleinen Götzen…
Bibeltext

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