Jeremia 7, 16 – 8, 3 Wird man nur aus Fehlern schlau?

von windhauch

Krass! Nicht mal beten soll Jeremia für sein Volk: “Du sollst für dies Volk nicht bitten und sollst für sie weder Klage noch Gebet vorbringen, sie auch nicht vertreten vor mir; denn ich will dich nicht hören.” (V.16) Dabei war das eigentlich eine der zentralen Aufgaben der alttestamentlichen Propheten: Fürbittend für das Volk vor Gott einzustehen. So bittet z.B. Mose, nachdem das Volk um das goldene Kalb getanzt ist – und Gott erhört ihn! (Ex. 32,11-14) Jeremia dagegen soll es nicht mal versuchen!

Mich erschüttert das bei Jeremia immer wieder, wie machtlos Jeremia ist. Und nicht nur Jeremia. Warum kann der allmächtige Gott, der Himmel und Erde durch sein Wort geschaffen hat, nicht dafür sorgen, dass sein auserwähltes Volk umkehrt? Warum kann er ihnen nicht wenigstens die Einsicht schenken, dass Umkehr nötig ist?

Lässt er sie in den Abgrund rennen, damit sie wirklich kapieren, wie sehr sie auf Gott angewiesen sind? Nach dem Motto: nur aus Fehlern lernt man? Warum schenkt er ihnen nicht gleich ein neues Herz und einen neuen Sinn? In Jer. 31,31-34 wird eine Zeit angekündigt, in der Gott sein Gesetz in die Herzen und Sinne seines Volkes schreibt und in der alle Gott erkennen werden. Warum nicht gleich so?
Bibeltext

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