Jeremia 52 Zum Schluss ein kleiner Hoffnungsschimmer

Letztes Kapitel. Einerseits bin ich froh, endlich durch zu sein. Das zieht sich jetzt mit Unterbrechungen, doch schon sehr lange hin. Andererseits fällt es mir auch ein wenig schwer, Jeremia hinter mir zu lassen. Dieser „erfolglose“ und oft enttäuschte Prediger ist mir ans Herz gewachsen. Ich bewundere sein Durchhaltevermögen, trotz aller Enttäuschungen.

Das letzte Kapitel ist ein Nachtrag, der sich noch einmal mit dem Untergang Jerusalems beschäftigt. Die Babylonier erobern nach langer Belagerungszeit Jerusalem, töten viele leitende Persönlichkeiten, nehmen viele als Gefangene mit nach Babylonien und zerstören den Tempel und alle großen Häuser. Der Statthalter Zedekia wird nicht umgebracht. Ihm werden „nur“ die Augen ausgestochen und er muss in Babylonien bis zum Tod im Gefängnis bleiben.

Ein deprimierendes Ende! Und doch leuchtet auch in diesem Kapitel ein kleiner Hoffnungsschimmer auf. Auch der König Jojachin, der vor Zedekia für eine kurze Zeit regiert hatte, befindet sich in der Gefangenschaft in Babylonien. Aber anders als sein Nachfolger muss er nicht im Kerker sterben, sondern er wird begnadigt. Vom Nachfolger des babylonischen Königs Nebukadnezars wird er aus dem Gefängnis geholt und er bekommt sogar eine Ehrenstellung am Tisch des babylonischen Königs. Die Stuttgarter Erklärungsbibel schreibt dazu: „Außerhalb des Heiligen Landes wird ein Angehöriger der David-Dynastie wieder als König von Juda anerkannt.“

Das ist kein triumphales Erfolgszeichen, aber es ist der leise Hoffnungsschimmer, dass Gott auch durch die Katastrophe hindurch Leben schaffen kann. Gott gibt sein Volk nicht auf. Und irgendwann wird der wahre König kommen, der seinem Volk wirklich die Kleider der Gefangenschaft ausziehen kann…
Bibeltext

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