Jeremia 5, 20-31 Dieselbe Medaille

Was mir wieder mal bei Jeremia auffällt (und das gilt wohl für alle atl. Propheten): Es wird nicht nur der Unglaube angeklagt, sondern auch falsches moralisches Handeln. Jeremia klagt hier vor allem die Reichen an, die sich nicht um die Schwachen kümmern und die andere ausbeuten. Auch die religiösen Führe kriegen ihr Fett weg. Aber auch dem Volk insgesamt wird der Spiegel vorgehalten: „… und mein Volk hat’s gern so.“ (V.31)

Glaube und Ethik gehören immer zusammen. Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten sind zwei Seiten derselben Medaille. Wo das eine nicht mehr stimmt, da gerät auch das andere aus dem Gleichgewicht. Es geht Gott nicht nur um den reinen Glauben, die richtige Theologie und die Ausrichtung auf ihn selbst – es geht ihm genauso um ein respektvolles und liebevolles Miteinander seiner Geschöpfe. Wenn sozialdiakonisches Handeln und die Vertiefung meiner persönlichen Beziehung zu Gott gegeneinander ausgespielt werden, dann ist das absolut unbiblisch.
Bibeltext

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