Jeremia 5, 1-14 Deftig, deftig!

Jeremia ist nicht gerade eine entspannende Lektüre. Kein christlicher Wohlfühlratgeber, um sich selbst glücklicher und zufriedener zu fühlen. Bei Jeremia geht’s richtig zur Sache. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Er spricht ganz klar und deutlich die Sünden seiner Zuhörer an.

Nicht nur auf religiösem Gebiet betreiben sie Hurerei, indem sie fremde Götter anbeten, nein auch im zwischenmenschlichen Bereich sieht es nicht besser aus: „Als ich sie satt gemacht hatte, trieben sie Ehebruch und liefen ins Hurenhaus. Ein jeder wiehert nach seines Nächsten Frau wie die vollen, müßigen Hengste.“ (V.7b.8) Deftig, deftig! Man kann sich denken, dass Jeremia sich mit solchen Predigten nicht nur Freunde gemacht hat…

Ich bewundere seinen Mut und seine Klarheit. Wobei das frustrierende ja war, dass die Leute ihn trotzdem nicht ernst genommen haben. Die haben einfach so weiter gemacht wie bisher und haben sich gesagt: Naja, so schlimm wird’s ja nicht werden. Wir haben doch einen netten und gütigen Gott. Der wird schon Verständnis für uns haben (vgl. V.12: „Sie verleugnen den Herrn und sprechen: Das tut er nicht; so übel wird es uns nicht gehen“). Diese Reaktion ist eigentlich noch deftiger und heftiger als die Worte des Jeremia…

Mein Gebet dazu: „Herr, lass mich erkennen, wo ich selbst daneben liege und wo ich so verblendet bin, dass ich meine eigenen Fehler nicht einsehe und erkenne.“
Bibeltext

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5 Gedanken zu „Jeremia 5, 1-14 Deftig, deftig!“

  1. Ja, dieser Vers 12 paßt zu Psalm 50, 21. Dort gehen die Gesetzlosen sogar so weit, daß sie denken, Gott wäre auch schon so geworden wie sie selbst, nur weil nicht gleich Feuer vom Himmel fällt bei jeder Verfehlung.

  2. Hart finde ich auch Vers 1: Streift durch die Gassen Jerusalems und schaut doch nach und erkundigt euch und forscht nach auf ihren Plätzen, ob ihr einen Mann findet, ob einer da ist, der Recht übt und nach Wahrhaftigkeit strebt; so will ich ihr vergeben!

    Leider waren wohl nicht viele Gerechte zu finden …

    1. Wenn man den atl. Zusammenhang dazu nimmt, wird diese Aussage noch erschreckender: Selbst in Sodom und Gomorra wurden mehr Gerechte gefunden als zur Zeit des Jeremia in Jerusalem!!!

  3. Das hab ich mich nicht getraut zu schreiben – war mir nicht sicher, ob das gemeint ist. Aber gedacht hab ich das Euch – was für eine krasse Zeit muss das gewesen sein!

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