Jeremia 45 Kein Happy End

Das liest sich wie eine abschließende Bemerkung des Schreibers Baruch (der „die Worte, wie Jeremia sie ihm sagte, auf eine Schriftrolle schrieb.“ V.1). Nach diesem Abschnitt kommen noch einige Kapitel mit Gerichtsworten und ein kurzer Nachtrag. Es wird deutlich, dass der Schreiber mit Jeremia und auch mit seinem Volk gelitten hat: „Weh mir, wie hat mir der Herr (!) Jammer zu meinem Schmerz hinzugefügt! Ich seufze mich müde und finde keine Ruhe.“ (V.3) Gott antwortet sinngemäß: „Stell dich nicht so an! Ich muss leider kräftig zuschlagen, weil keiner auf mich hört. Freu dich darüber, dass ich dich mit dem Leben davon kommen lasse…“

Kein Happy End! Bei Jeremia (und Baruch) wird eben nicht am Schluss doch noch alles gut. Es endet mit Gericht, es endet damit, dass Gott einreißt, was er gebaut hat und ausreißt, was er gepflanzt hat. Heute wissen wir, dass er sein Volk trotzdem nicht aufgegeben hat – aber Jeremia wusste nicht, wie es weitergeht. Er hat nur das Scheitern erlebt. Sicher: er wusste, dass Gott einmal einen Neuanfang schaffen wird – aber das war für ihn ferne Zukunft. Er konnte nichts davon sehen. Eine tragische Figur: Er hat sich sein Leben lang für Gott und seine Botschaft aufgeopfert und darf am Ende kein Erfolg sehen… 🙁
Bibeltext

Bewerte diesen Artikel

Ein Gedanke zu „Jeremia 45 Kein Happy End“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.