Jeremia 44 Schlimmer geht’s immer

Wenn ich Jeremia so am Stück lese, da hab ich schon manchmal gedacht: Schlimmer geht’s nimmer! Und dann kommt doch noch immer wieder ein Tiefschlag für Jeremia. Bei diesem Kapitel find ich das richtig extrem. All diejenigen, die genau mitbekommen haben, wie die Prophezeiungen des Jeremia eingetroffen sind, die gesehen haben wie Jerusalem dem Erdboden gleichgemacht wurde, und die dann nicht auf Jeremia hören wollten und gegen Gottes Willen nach Ägypten geflohen sind – genau die fangen jetzt in Ägypten an, die Himmelsgöttin anzubeten. Und sie begründen das auch noch mit ihrer eigenen Geschichtsdeutung: „Das ganze Unglück hat doch erst angefangen, als wir aufgehört haben, fremden Göttern zu opfern. Die Katastrophe ist keine Strafe Jahwes, sondern die Folge davon, dass wir der Himmelkönigin nicht mehr geopfert haben.“ (vgl. V.17)

Man spürt Gottes Schmerz über dieses bockige und halsstarrige Volk: „Warum tut ihr euch selbst ein so großes Unheil an…?“ (V.7) Selbst wenn Gott durch seine Propheten spricht und dieses Wort in der Geschichte bestätigt, so bleibt offensichtlich immer noch genug Raum für Missverständnisse. Oder vielleicht auch genug Raum für Ungehorsam und für ein Nicht-hören-wollen. Wer sich selbst eine Grube gräbt und tief genug ist, der kommt nicht mehr so schnell heraus. Das verrückte ist, dass Gott seinem Volk ein Seil in die Grube wirft, um es heraus zu ziehen. Aber sie bleiben lieber in ihrer selbst gebauten Grube sitzen und machen Gott für ihre Lage verantwortlich.
Bibeltext

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