Jeremia 37 Ein Mann zwischen den Fronten

Zedekia war der letzte König von Juda. Er wurde eingesetzt vom König von Babel. Zedekia war ein Mann der zwischen den Fronten stand. Auf der einen Seite die Abhängigkeit von den Babyloniern, auf der anderen Seite waren seine Berater für ein politisches Bündnis mit Ägypten und gegen Babylon. Und tatsächlich gab es auch Hoffnung: die Ägypter rückten mit einem Heer an und die Babylonier gaben die Belagerung Jerusalems auf, um gegen die Ägypter zu kämpfen. Aber die Erleichterung währte nicht lange: die Babylonier schlugen die Ägypter vernichtend und kehrten nach Jerusalem zurück.

Auch religiös schwankte Zedekia hin und her. Auf der einen Seite hoffte er dass die Heilspropheten recht hatten, die sagten, dass Gott Jerusalem beschützen werde, auf der anderen Seite nagten die Anfragen: „Was ist, wenn dieser Jeremia doch recht hat? Vielleicht stimmt seine Botschaft ja doch und vielleicht spricht er wirklich im Auftrag Gottes?“ Er lässt den inzwischen verhafteten Jeremia heimlich befragen. Aber sein Mut reicht nicht aus, den Worten Jeremias wirklich zu vertrauen und sich gegen die politischen Zwänge und das religiöse Establishment durchzusetzen.

Das kennen wir doch auch! Wir ahnen, was richtig wäre, aber wir haben nicht den Mut uns gegen die Zwänge und Gegebenheiten durchzusetzen. Wir ahnen, war wir tun sollten, aber wir haben Angst vor den schiefen Blicken unserer Zeitgenossen. An Zedekia sehen wir, dass es letztendlich nichts bringt, Gott nur ein wenig zu vertrauen. Halbheiten führen nicht weiter.
Bibeltext

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