Jeremia 36 Die Erniedrigung des Wortes Gottes

Von vielen biblischen Büchern (vor allem aus dem Alten Testament) wissen wir nicht so genau, wer sie geschrieben hat. Normalerweise treten die Boten ganz hinter ihre Botschaft zurück. In diesem Kapitel bekommen wir zumindest beim Jeremiabuch einen kleinen Einblick in seine Entstehungsgeschichte. Nicht Jeremia selbst hat seine Botschaft und Lebensgeschichte aufgeschrieben, sondern der Schreiber Baruch. Er hat sich die prophetische Botschaft des Jeremias diktieren lassen und im Lauf der Zeit „noch viele ähnliche Worte hinzugetan“. Wahrscheinlich sind viele biblische Bücher nicht aus einem Guß am Schreibtisch entstanden, sondern im Lauf der Jahre zu den Büchern herangewachsen, wie wir sie heute vorliegen haben.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Gott sich in seinem Wort erniedrigt. Er greift nicht einen Propheten heraus und diktiert ihm buchstäblich, was er zu schreiben hat, sondern er redet mit vielen verschiedenen Menschen und durch viele verschiedene Ereignisse und lässt das alles dann über Jahrhunderte zur Heiligen Schrift heranwachsen.

Es ist immer wider erstaunlich, wie Gott sich in seinem Wort demütigt und den Menschen ausliefert. In Jeremia 36 wird beschrieben, wie der König die Worte Gottes vorlesen lässt und sie dann verbrennt! Gott liefert sich in seinem Wort den Menschen aus und lässt sich verbrennen und vernichten. Das erinnert an das eine Wort Gottes, an Jesus Christus (welcher in Joh. 1 mit dem Wort Gottes gleichgesetzt wird): Auch er erniedrigt sich und liefert sich den Menschen aus. Aber wer diesem Wort Gottes vertraut wird merken, dass Gott gerade durch die Erniedrigung hindurch mit seinem Wort zum Ziel kommt, dass gerade in diesem erniedrigten Wort eine ungeheure Kraft steckt.
Bibeltext

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