Jeremia 31, 31-40 Wo bleibt der neue Bund?

von windhauch

Die wohl großartigste Verheißung im Jeremiabuch: Gott wird einen neuen Bund mit seinem Volk schließen, er wird sein Gesetz in ihr Herz geben (und nicht nur auf Steintafeln schreiben), alle werden Gott erkennen und all ihre Sünden werden vergeben. Als Christen glauben wir, dass dieser Neue Bund mit Jesus begonnen hat und dass wir durch Jesus Christus zum neuen Bundesvolk gehören.

Aber wenn ich diese Verse lese und dann nüchtern meinen Alltag als Christ betrachte, dann bleibt ein schaler Nachgeschmack. Ist es wirklich so, dass uns Christen das Gesetz Gottes ins Herz geschrieben ist und wir es wie von selbst erfüllen? Ist es wirklich so, dass wir alle Gott erkennen und keiner den anderen lehren muss: “Erkenne den Herrn!”? Wenn man im Internet christliche Seiten besucht, entdeckt man das Gegenteil: Da lehrt andauernd einer den anderen, wie die richtige und biblische Erkenntnis des Herrn aussieht (ich schließe mich da mit ein). Und wenn ich mein Leben und das Leben vieler anderer – auch der ernsthaftesten Christen – anschaue, dann sieht das oft nicht so aus, als ob wir ständig Gottes Gebote im Herzen hätten.

Hat sich Jeremia getäuscht? Hat er ein bisschen zu dick aufgetragen? Oder hat Gott versagt? Hat er seine großartige Versprechungen doch nicht so leicht in die irdische Wirklichkeit umsetzen können? Oder haben wir Christen alle versagt, so dass wir in Wirklichkeit gar nicht zu diesem neuen Bund dazu gehören? Aber die Verheißung geht doch gerade dahin, dass Gott uns so verändern wird, dass wir nach seinem Willen leben können!? Wo bleibt die völlige Erfüllung dieser großartigen Verheißungen?
Bibeltext

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