Jeremia 3, 19 – 4, 4 Religion tötet

In diesem Textabschnitt wird deutlich, dass es bei dem Götzendienst damals nicht nur um ein paar falsche und harmlose Vorstellungen um Gott ging oder um irgendwelche theologischen Spitzfindigkeiten. Es ging um die Frage, ob die Leute Religion wollen oder den lebendigen Gott. Jeremia schreibt: „Der schändliche Baal hat gefressen, was unsere Väter erworben hatten, von unsrer Jugend an, ihre Schafe und Rinder, Söhne und Töchter.“  (V.24) Das ist eine Anspielung auf Menschenopfer, die wohl in der damaligen Welt relativ üblich waren. Man opferte den Göttern nicht nur Tieropfer, sondern auch Menschen, bevorzugt Kinder.

Religion und blinder Fanatismus liegen manchmal eng beieinander. Jeremia fordert die Leute auf, sich von diesen falschen Göttern abzuwenden und zu dem einen Gott zurückzukehren. Er macht deutlich, dass alle selbstgemachte Religion in den Abgrund führt und wir die Umkehr zum wahren und lebendigen Gott brauchen.

Natürlich würde bei uns heute niemand auf die Idee kommen, seine Kinder auf dem Altar für Gott dahin zu metzeln. Aber so mancher von uns opfert vielleicht seine Kinder und eine gut funktionierende Familie für andere Göttern unserer Zeit, z.B. für den Gott einer glänzenden Karriere oder den Gott des Wohlstands und Konsums. Oder manch verwahrloste Kinder sind Opfer einer schon religiösen Selbstzentriertheit und Bequemlichkeit…
Bibeltext

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