Jeremia 23, 33-40 Die gute Nachricht als Last

Anscheinend wurden Jeremias Umkehraufrufe und seine Androhung von Gottes Gericht von vielen damals als Last empfunden. Das hebräische Wort, das hier für „Last“ gebraucht wird, kann auch „Ausspruch“ oder „Botschaft“ bedeuten (so z.B. Jes. 13,1 – aber viel häufiger kommt es im wörtlichen Sinn vor als „Last“). Jeremias Botschaft wurde von vielen wohl bevorzugt mit diesem doppeldeutigen Wort bezeichnet, weil sie die Worte nur schwer ertragen konnten.

Tja, die gute Nachricht als Last. Ich glaube auch heute noch empfinden so manche Menschen die biblische Botschaft als Last – zumindest Teile davon. Aber zur biblischen Botschaft gehören nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern auch der deutliche Hinweis, dass in unserer Welt etwas nicht stimmt, dass etwas zerbrochen ist, dass wir nicht so leben und sind wie sich Gott das vorstellt, … kurz: dass wir Sünder sind, dass wir das erkennen müssen und zu Gott umkehren müssen. Das hört sich schwer und belastend an, aber es ist Teil der guten und befreienden Botschaft der Bibel.

Wir Christen stehen immer in der Versuchung, diese „belastenden“ Aussagen der Bibel abzuschwächen und eine bequeme Abkürzung zu nehmen, ein verkürztes Evangelium zu verkünden: „Gott liebt dich und die Sache mit der Sünde ist halb so schlimm, denn Gott vergibt ja gerne…“ Das ist an sich nicht falsch, aber eine Verkürzung, denn für Vergebung ist immer auch Umkehr zu Gott nötig. Jeremia hat diesen „belastenden“ Umweg nicht verschwiegen, denn er wusste: Anders kommen wir nicht zum Ziel.
Bibeltext

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