Jeremia 2, 26-37 Der klagende Gott

Jeremia lässt Gott wie einen wütenden, enttäuschten und traurigen Liebhaber reden. Ganz besonder ins Auge gefallen ist mir V. 32: „Mein Volk aber vergisst mich seit endlos langer Zeit.“ Man hört den Schmerz heraus. Und die Ohnmacht. Gott kann die Zuwendung seines Volkes nicht erzwingen. Er kann nur darum werben, die Konsequenzen deutlich machen und warten.

Normalerweise sind es ja die Beter, die vor Gott klagen und ihn bitten – hier ist es eher umgekehrt: Gott klagt um sein treuloses Volk und bittet sie umzukehren. Was für ein Gott!
Bibeltext

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2 Gedanken zu „Jeremia 2, 26-37 Der klagende Gott“

  1. Kapitel 2 zeigt finde ich das unglaubliche Versagen Israels. Hier zählt Gott alles auf und es erscheint einem unglaublich, dass Israel trotz all der Wunder so von Gott abfallen konnte.

    „und ihr kamt hinein und habt mein Land verunreinigt, und mein Erbteil habt ihr zum Greuel gemacht! 8 Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Und die mit dem Gesetz umgingen, erkannten mich nicht; die Hirten fielen von mir ab, und die Propheten weissagten durch Baal und liefen denen nach, die nicht helfen können …“

    und

    „Hat je ein Heidenvolk die Götter gewechselt, die doch nicht einmal Götter sind? Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit vertauscht gegen das, was nicht hilft!“

    finde ich am härtesten. Immer wieder wirft Gott den Menschen vor ihn den lebendigen Gott gegen selbst gemachte Götter getauscht zu haben.

    Ich frage mich immer wieder wie Gott das mit uns aushält …

    1. Und nicht nur dass er es mit uns aushält, sondern das verrückte ist ja, dass er nicht aufhört, um unsere Liebe zu werben, dass er sogar seinen Sohn für uns gibt…

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