Jeremia 13, 1-11 Seltsame Aufträge

Gott hat manchmal schon seltsame Ideen. Jeremia bekommt von Gott den Auftrag einen leinenen Gürtel zu kaufen. Warum wird nicht gesagt – und Jeremia fragt auch nicht nach, er tut es einfach. Dann bekommt er irgendwann den zweiten Auftrag: Er soll diesen Gürtel an einem Fluss (im Text wird der Euphrat genannt, aber das ist sicher eine Anspielung auf die spätere Gefangenschaft in Babylon) in einer Felsspalte verstecken. Und dann passiert lange Zeit gar nichts. Erst sehr viel später sagt Gott ihm, dass er den Gürtel holen soll. Der ist natürlich halb verrottet und zu nichts mehr zu gebrauchen. Dann erst kommt die Pointe: So wie diesem Gürtel wird es auch dem Volk gehen, wenn sie nicht auf Gottes Worte hören.

Ich weiß ja nicht, wie deutlich Jeremia die Worte Gottes gehört hat. War es mehr eine innere Stimme, ein „Eindruck“, oder waren es richtige Worte, die er gehört hat? Ist auch egal, er muss sich auf jeden Fall sicher gewesen sein, dass es von Gott kommt. Wenn ich mir das für mich selbst vorstelle: Gott spricht (auf welche Weise auch immer) zu mir: Kauf dir einen Gürtel. Und dann sagt er, dass ich diesen Gürtel irgendwo verstecken soll. Ich glaube ich würde zehnmal eher damit rechnen, dass ich durchgeknallt bin und dass ich Halluzinationen habe, als dass da wirklich Gott zu mir gesprochen hat. Wenn Gott spricht, dann geht’s doch normalerweise nicht um solch komischen und alltäglichen Sachen, wie der Kauf von Kleidungsstücken! Erst im Nachhinein und weil Jeremia gehorsam war, hat sich heraus gestellt, wofür das gut war. Vertrauen lohnt sich – auch wenn uns Gottes Wege manchmal sehr seltsam vorkommen.
Bibeltext

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2 Gedanken zu „Jeremia 13, 1-11 Seltsame Aufträge“

  1. Ich glaube mir würde es wie Dir gehen. Denke Gott redet so oft mit uns und wir hören nur ein leises Säuseln oder gar nix.

    Ich beneide die Kraft und den Glauben sovieler im AT die Gott mit Namen ansprach und dann einfach riefen: „Hier bin ich Herr“

    1. Wobei ja z.B. auch ein Jeremia nicht gleich begeistert geschrien hat: „Hier bin ich!“, sondern sich erst mal rausreden wollte: „Ich bin zu jung.“ (Jer. 1,6) 😉
      Aber auf jeden Fall hat er das Rufen Gottes gehört und war letztendlich gehorsam…

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