Jeremia 12, 7-17 Der Liebling meiner Seele

Gott klagt über und um sein Volk: „Ich habe mein Haus verlassen und mein Erbe verstoßen und was meine Seele liebt in der Feinde Hand gegeben.“ (V.7) Die Elberfelder Bibel übersetzt sehr schön wörtlich: „…ich habe den Liebling meiner Seele in die Hand seiner Feinde gegeben.“ Man spürt: Hier spricht kein zorniger Gott, sondern ein trauriger Gott. Es tut ihm weh, dass der „Liebling seiner Seele“ leiden muss.

Aber warum verhindert er es nicht? Ich kann Gottes Gedanken nicht ergründen, aber ich musste dabei an die Geschichte des verlorenen Sohnes denken. Der Vater liebt ihn von ganzem Herzen, aber er lässt ihn gehen. Er lässt ihn in sein Unglück rennen. Er zwingt ihn nicht dazu, zu Hause zu bleiben. Und dann wartet er… und er leidet … und er sehnt sich den „Liebling seiner Seele“ zurück… aber er geht ihm nicht hinterher und bringt ihn nicht mit Gewalt nach Hause. Er wartet auf die Umkehr des Sohnes. So hat auch Gott zur Zeit des Jeremia sein Volk gehen lassen. Er hat zugelassen, dass es sich von zu Hause entfernt, dass es unter Feinden leiden muss. Und er hat darauf gewartet, dass der „Liebling seiner Seele“ umkehrt.
Bibeltext

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2 Gedanken zu „Jeremia 12, 7-17 Der Liebling meiner Seele“

  1. Das ist etwas worüber ich mir schon oft gedanken gemacht habe. Ich kann Gott in der Hinsicht nicht verstehen. Ich meine es ist Gott. Als er mit uns anfing, wußte er doch schon wie es enden wird. Manchmal frage ich mich dann einfach: warum das Ganze?

    Meine einzige Erklärung: ich verstehe Gott nicht – und er muss einen Plan haben, den ich erst recht nicht verstehe :).

    Ich finde Deinen Bezug auf das Gleichnis mit dem verlorenen Sohn sehr schön! Das hilft mir! Danke!

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