Jeremia 11, 1-14 Verstopfte Ohren

„Verflucht sei, wer nicht gehorcht“ (V.3). Ist das nicht ein wenig übertrieben? Muss Gott gleich so heftig reagieren, wenn man mal nicht auf ihn hört? Naja, wenn man Jeremia liest, dann stellt man fest, dass es bei diesem Ungehorsam nicht um einen kleinen Ausrutscher ging, sondern um eine ständige Haltung. Das Volk will nicht gehorchen, sie wollen ihre Ohren Gott nicht zuwenden.

In dem Textabschnitt wird auch gut deutlich, was dieser Fluch eigentlich bedeutet. Immer wieder ist in diesen Versen davon die Rede, dass Gottes Volk hören und gehorchen soll – es aber nicht tat: „Hört die Worte… Gehorcht meiner Stimme… Aber sie gehorchten nicht, kehrten auch ihre Ohren mir nicht zu.“ Das Hören und Gehorchen hängt ja im Deutschen auch sprachlich sehr schön zusammen.

Was ist nun die Folge davon? Was ist der Fluch? Ganz einfach. Gott sagt: Ihr wollt mich nicht hören? Okay, dann lass ich euch euren Willen und lass euch in Ruhe. Ich werde euch auch nicht hören. „Ich will sie nicht hören, wenn sie zu mir schreien in ihrer Not.“ (V.14) Hier geht es nicht um ein trotziges „Wie du mir, so ich dir“, sondern um eine logische Konsequenz: Wer Gott verlässt und wer ihn nicht hören will, den lässt Gott die Folgen dieser Abkehr spüren.
Bibeltext

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